2026-01-12

Gehirn

Das seltsame Organ, das uns das Leben organisiert und uns zu Genie und Wahnsinn treibt.
Wir versuchen es gerade mit sehr viel Aufwand durch Technologie zu ersetzen, wohlwissend, dass das Unsinn ist aber davon besessen, dass wir glauben, es sei möglich.

Die Investitionen sind atemberaubend. Geld, Zeit, Kreativität, Energie … alles, was irgendwie abgezweigt werden kann, geht in dieses Thema, als ob es ums nackte Überleben ginge.
Es ist ein Kulturphänomen, dass Gesellschaften größenwahnsinnige Themen brauchen, wenn sie sonst drohen, auseinanderzufallen. Das war schon bei den Pyramiden so, bei Stonehenge, beim Bau der Kathedralen … das Streben nach göttlicher Größe eint.

Dabei ist das Gehirn weit weg von Größenwahn. Es strebt nicht nach der großen Dominanz, es benötigt auch erstaunlich wenig Energie. Es orientiert sich an der Wirklichkeit und wie es mit ihr umgeht. Dafür kennt es die Mechanismen der Erinnerung, der Analyse und der Entscheidung. Die Entscheidung endet entweder in einer Tat oder in einem Willen, der wiederum Teil der Erinnerung wird.

Das alles macht es mit einem Ansatz des permanenten großzügigen Vergessens. Aussortieren ist die Kernkompetenz des Erinnerns. Die Wirklichkeit immer wieder neu erfassen und rausfinden, was weg kann, weil es nicht mehr gebraucht wird. Dazu muss sich das Gehirn bewegen, oder besser sein Träger oder seine Trägerin. Das Gehen ändert Perspektiven und erlaubt damit dem Gehirn, aufzuräumen.

Admin - 00:00:06 | 133 Kommentare